Hufpflege

Hufpflege - Was gehört dazu?

 

 

Bearbeitungsablauf

Bei jedem Pferd, das ich das erste mal bearbeite, führe ich eine ausführliche Befundung durch. So helfen mir Fragen nach dem Alter, der Haltung, der Nutzung, Vorerkrankungen und wie das Pferd vorher bearbeitet wurde, Ihr Pferd bestmöglich zu betreuen.

Vor der eigentlichen Bearbeitung der Hufe wird das gesamte Exterieur des Pferdes beurteilt. Welche Fehlstellungen liegen zu Grunde? Steht das Pferd passend zum Fesselstand? Welche Unterschiede an den Gliedmaßen bestehen? ....

Anschließend wird noch der Huf selbst genau betrachtet. Denn vor der Bearbeitung sollte man wissen, wo die Probleme liegen, was verbessert werden könnte und auf was man alles achten muss. Hier spielen z.B. die Hufform, die Hufstellung, aber auch die Eigenschaften von Hornwand, Sohle, Strahl und weiße Linie eine Rolle.

Zu jedem Hufpflegetermin wird das Pferd vor und nach der Bearbeitung vorgeführt. Hierbei kann ich das Laufverhalten des Pferdes sehen und in meine Bearbeitung mit einfließen lassen. Außerdem werden dabei eventuell vorhandene Lahmheiten sowie kleinere Unstimmigkeiten im Laufen erkannt. Am Ende kann ich kontrollieren, was meine Bearbeitung am Gangbild verändert hat oder eben nicht.

Ist das alles geklärt, beginnt die eigentliche Barbeitung. Mein Ziel besteht darin, möglichst gleichmäßige Belastungsverhältnisse in der gesamten Gliedmaße, in den Gelenken und am Huf selbst herzustellen. Dabei ist jedes Pferd ganz individuell und auch jeder Huf einzeln zu berücksichtigen, denn jeder ist anders und keine 2 Hufe passen in ein "Schema F". Je Nach Fehlstellung, Vorerkrankung, Nutzung, etc. muss anders bearbeitet werden. 

Zusätzlich werden gegebenenfalls andere Bearbeitungstheorien miteinbezogen, beispielsweise kann bei einem Pferd das "normale" berunden des Tragrandes besser sein, bei einem anderen Pferd ist es die "Mustangrolle" nach NHC und bei gewissen Problemen helfen huforthopädische Grundideen.

 

Problemhufe/Hufkrankheiten

Ganz vorne weg: Ich arbeite gerne mit Ihrem Tierarzt / Heilpraktiker etc. zusammen, um für Ihr Pferd das Beste herauszuholen. Diese Gespräche sind wichtig, um sich auszutauschen, die jeweiligen Probleme zu diskutieren und eine Lösung zu finden.

Liegt ein spezielles Problem vor, das unter anderem durch die Knochen bedingt ist, helfen mir Röntgenbilder enorm weiter, um zu sehen, was zu tun ist. Sei es bei Hufrehe, Hufrolle oder Arthrosen. Vor allem bei Hufrehe sind regelmäßige Röntgenkontrollen mit Markierungen sehr wichtig.

Hufprobleme im Barhufbereich zu lösen dauert in den meisten Fällen länger als mit einem guten Beschlag, manche kann man im Barhufbereich besser behandeln, manche kann man allerdings auch nur mit einem Beschlag ausreichend gut versorgen. Diese Grenze werde ich auch ziehen, wenn ich sehe, dass dem Pferd ohne Beschlag nicht geholfen werden kann, dann überweise ich Sie gerne an einen guten Schmiede/Huftechniker Kollegen. Ansonsten werden schwierige Fälle mit meinen Ausbildern und Kollegen besprochen. Dazu werden Hufe fotographiert oder Kollegen vor Ort dazu gezogen, denn viele kompetente Augen sehen auch mehr! 

Außer der reinen Barhufpflege kann ich orthopädisch mit Polstern, Verbänden und Therapieschuhen eingreifen.

 

Barhufumstellung

Ist Ihr Pferd noch beschlagen und Sie möchten es auf barhuf umstellen? Gerne!

ABER: Ich bin nicht der Meinung, dass wirklich jedes Pferd barhuf laufen kann bzw. sich damit wohl fühlt, aber durchaus die meisten Pferde.

Bei der Umstellung ist es optimal, wenn der Beschlag rund 4 Wochen drauf war (je nach Hufwachstum) und ich dann die Eisen / den Kunststoffbeschlag abnehme. Anschließend wird sehr substanzschonend bearbeitet, um für die erste Phase des Barhuflaufens genug Horn zur Verfügung zu haben. Außerdem wird gut berundet, um ein Ausbrechen der Hornwand, insbesondere im Bereich der Nagelkanäle, zu minimieren. Durch diese Art der Bearbeitung hat die Sohle und die Hornwand Zeit sich zu festigen und die Hornröhrchen können sich verdichten. Zusätzlich kann die Hornsohle in dieser Zeit Sohlenschwielen bilden, ein Schutz für das barhuf laufende Pferd.

Durch all diese oben genannten Faktoren hat das Pferd Zeit sich daran zu gewöhnen, keinen Hufschutz mehr zu haben. Während der Umstellungsphase sollte das Pferd extrem geschont werden und harte, abriebintensive Böden gemieden werden bzw. nur sehr gezielt genutzt werden. Kurze Phasen auf Asphalt, die man langsam steigert, führen zu härterem Horn, jedoch muss man hierbei sehr vorsichtig sein, um nicht zu viel Abrieb zu provozieren. Die komplette Umstellung ist erst abgeschlossen, wenn das Horn einmal durchgewachsen ist, sprich rund 1 Jahr. Meist läuft eine Umstellung problemlos ab, sodass man in absehbarer Zeit wieder reiten kann, manchmal muss man aber auch viel Geduld mitbringen!

Hufschuhe werden sinnvoller Weise erst eingesetzt, wenn der Huf seine "neue" Form bekommen hat. Denn viele Hufe sind durch ihren Beschlag klein gehalten oder unnatürlich geweitet, was sich erst mit der Zeit im barhuf Bereich wieder normalisiert. Möchte man vorher schon Hufschuhe nutzen, muss man damit rechnen, dass sie früher oder später nicht mehr passen.

 

Schmiedefromm und Sonstiges

Ein paar Bitten und Wünsche habe ich auch noch... =)

"Ein schmiedefrommes Pferd ist ein Pferd, welches weder beißt noch schlägt, alle Arbeiten am Huf über sich ergehen lässt, ohne sich in irgendeiner Art und Weise dagegen zu wehren. Es ist geduldig, aufmerksam und kooperativ beim Huffachmann, vorausgesetzt, der Arbeitsplatz ist geeignet und der Huffachmann bringt die nötige Ruhe und Erfahrung mit."

Ist Ihr Pferd nicht schmiedefromm, bin ich gerne bereit mit Ihnen zusammen daran zu arbeiten und Ihnen entsprechende professionelle Hilfe zu vermitteln wie z.B. spezielle Trainer. Ändert sich jedoch nichts an dem Verhalten des Pferdes, muss ich Sie an einen Kollegen weitervermitteln. Denn zum einen möchte ich weder Sie und Ihr Pferd, noch mich selbst in unnötige Gefahren bringen, zum anderen bin ich nunmal eine Frau und kann nicht jedes Pferd einfach festhalten...

Ich arbeite generell mit Aufhalter, sprich entweder Sie oder jemand, den Sie dafür beauftragen, hält die Hufe Ihres Pferdes, während ich daran arbeite. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie dazu festes Schuhwerk und Handschuhe anziehen. Der Zufall will es und das Pferd springt Ihnen im Sommer auf den Fuß, wenn Sie Flipflops anhaben oder zieht den Huf durch Ihre Hand, eine kleine scharfe Kante reicht, um eine ordentliche Risswunde zu produzieren!

Der Bearbeitungsplatz sollte möglichst einen ebenen, geraden Boden mit ausreichender Beleuchtung haben und trocken sein.

                                               

Und der liebe Sommer...

Wenn die Hufe super hart und trocken sind, bitte ich Sie die Hufe Ihres  

Pferdes zu wässern, damit ich nicht mit Hauklinge und co arbeiten muss. Das ist nicht nur für mich anstrengender, sondern das Pferd bekommt zusätzlich mehr Schläge ins Gelenk durch die Hauklingenarbeit

Danke! yes